Top
Zusammenhänge(nd) neu denken: Veranstaltungsreihe in Koopration mit Migrafrica - Migrafrica
fade
4608
post-template-default,single,single-post,postid-4608,single-format-standard,eltd-core-1.0,ecwd-theme-flow,flow-ver-1.3.5,,eltd-smooth-page-transitions,ajax,eltd-blog-installed,page-template-blog-standard,eltd-header-type2,eltd-sticky-header-on-scroll-up,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-dropdown-default,wpb-js-composer js-comp-ver-4.11.1,vc_responsive

Zusammenhänge(nd) neu denken: Veranstaltungsreihe in Koopration mit Migrafrica

Am 31. August 2016 fand im Allerweltshaus Köln zum dritten Mal das Format „Zusammenhänge(nd) neu denken – Fluchtursachen besser einordnen“ statt. Veranstalter waren das Eine Welt Netz NRW, Migrafrica sowie der Verein junger Deutsch-Afrikaner. Kooperationspartner vor Ort war das Allerweltshaus. Unterstützt wurde die Info- und Diskussionsveranstaltung von der GEPA – The Fair Trade Company.

Migrafrica – Flüchtlingsarbeit nach Maß

Amanuel Amare skizzierte die Entstehung des Vereins, der im letzten Jahr auch durch die spektakuläre Aktion „MARE MONSTRUM“ auf der Kölner Domplatte eine breite Aufmerksamkeit erfuhr. Damals breiteten sich Menschen in Leichensäcken auf dem Boden aus, um an die Situation der vielen im

Mittelmeer ertrinkenden Flüchtlinge zu erinnern. Zurzeit macht der Verein vor allem Inlandsarbeit. Einerseits widmet er sich der klassischen Flüchtlingsarbeit, die ansonsten oftmals durch die Wohlfahrtsverbände erfolgt. Andererseits betreibt Migrafrica auch viel Sensibilisierungsarbeit in puncto Fluchtursachen und Fluchtumstände. Auch auf die vielfach ausbeuterische Flüchtlingsindustrie nimmt der Verein Bezug. Amanuel Amare nannte im Rahmen seines Vortrags die Fleischindustrie. Dort landen paradoxerweise oftmals genau die Flüchtlinge, die in ihren Heimatländern aufgrund hochsubventionierter EU-Fleischimporte als Kleinbauer ökonomisch nicht mehr konkurrenzfähig waren und so ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden. Migrafrica plant mittlerweile auch Auslandsprojekte. Der Verein ist zudem als Gründungsmitglied auch auf europäischer Ebene im African Diaspora Youth Network in Europe (ADYNE) aktiv.

Geschichte kennen – Gegenwart verstehen

Den zweiten Part führte Serge Palasie, Fachpromotor Flucht, Migration und Entwicklung beim Eine Welt Netz NRW, durch. Unterstützt von der Ausstellung „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ machte er einen Schnelldurchlauf durch ein halbes Jahrtausend afro-europäischer bzw. transatlantischer Geschichte. Er zeigte dabei auf, dass das transatlantische Wirtschaftssystem sowie die damit verbundenen politischen und militärischen Bündnisse ohne diese Geschichte nie entstanden wären.

Verlierer dieser Geschichte – wenngleich es auch dort in jeder behandelten historischen Etappe auch immer NutznießerInnen gab: Afrika. Aber auch Asien – vom Orient über Indien bis hin nach China – büßte an Bedeutung ein, nachdem sich die Macht in Richtung Atlantik verschoben hatte. Letzteres scheint sich nach 500 Jahren gerade wieder allmählich umzukehren. Insofern ist TTIP (und auch CETA sowie die EPAs) auch als ein Versuch zu verstehen, den Status quo zu wahren.

Ghana und Flucht

Fachpromotor für die Ghana-NRW-Länderpartnerschaft Emmanuel Peterson, einer der Initiatoren des Vereins junger Deutsch-Afrikaner, behandelte das Thema Flucht und Migration schließlich im dritten Part der Veranstaltung am konkreten Beispiel Ghana. So sehr es stimmen mag, dass Ghana in vielerlei Hinsicht in der Region ein Leuchtturm ist – sei es in ökonomischer Hinsicht, sei es in puncto Abwesenheit von Krieg oder sei es aber auch in Bezug auf die für die Region verhältnismäßig recht ausgeprägte Zivilgesellschaft vor Ort – so wenig wollte er aber verschweigen, dass auch Ghana bzw. die vielerorts anzutreffende Perspektivlosigkeit, die Verfolgung politischer Gegner oder Homosexueller viele Menschen in die Flucht treibt. Emmanuel Peterson betonte aber auch, dass die ersten GhanaerInnen nach der politischen Unabhängigkeit im Jahre 1957 keine Flüchtlinge waren. Oftmals waren es gut Situierte oder StipendiatInnen, die nicht selten reich und erfolgreich heimkehrten und die Sehnsucht auf ein Leben in Europa und Amerika bei vielen GhanerInnen weckten. Dass legale Möglichkeiten kaum bestehen, macht Herr Peterson mitverantwortlich für den Missbrauch des Asylrechts, stellt dies doch oft die einzige Möglichkeit dar, in ein westliches Land zu gelangen.

Ebenfalls interessiert an diesem Format? Sprechen Sie uns an!

Serge Palasie (Fachpromotor Flucht, Migration u. Entwicklung)

E-Mail: serge.palasie@eine-welt-netz-nrw.de / Tel.: 0211- 6009-112 / 0151-41206414 / Internet: www.eine-welt-netz-nrw.de